Ich kann mir, nachdem ich seit meiner Kindheit mein Leben mit Hunden
teile und nun seit über zehn Jahren eigene Hunde habe, ein Leben ohne
Hunde nicht vorstellen. Der Mops ist für mich eine wunderbare
Hunderasse. Er wäre der perfekte Gesellschaftshund ... wenn diese Rasse
nicht unter so vielen Problemen zu leiden hätte.
Für viele gilt ja der Satz: Einmal Mops, immer Mops.
Leider kann ich für mich diesem Satz nicht einfach leichten Herzens
zustimmen. Nur dann, wenn ich bei einem Züchter, von dem ich überzeugt
bin, einen Mopswelpen kaufen kann, werde ich das auch tun. Mir scheint,
dass eine der wichtigsten Voraussetzungen bei einem Züchter Ehrlichkeit
ist. Leider kann man erleben, dass von Einzelnen hinsichtlich
Misständen und Fehlern gelogen und vertuscht wird und auch dass
Selbstkritik fehlt. Fundiertes Zucht- und Rassewissen scheint auch nicht
jeder Züchter zu haben.
Desweiteren sollte es natürlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass
der Züchter das Einzelwesen Welpe liebe- und verantwortungsvoll
versorgt, um ihm einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Und im
Hintergrund sollte immer das Bedürfnis des Züchters stehen, der Rasse
Mops zur Verbesserung zu verhelfen. Denn leider ist ja unbestritten,
dass es beim Mops viel zu viele rassetypische Krankheiten und Probleme
gibt.
Ich lege nicht geringsten Wert darauf, dass ein Züchter in einen Verein
eingebunden ist. Und auf Papiere für mein Tier kann ich pfeifen. Sie
sind für keinen einzigen Hund ein Schutz vor rassetypischen Krankheiten
und Problemen und sie garantieren auch keine Ausbildung des Züchters.
Meiner Meinung nach ist das
Vereinswesen mit seinen Champions,
die immer und immer wieder zum Belegen der Hündinnen eingesetzt
werden, dafür verantwortlich, dass der Mops (wie auch andere Rassen) nun
genetisch verarmt ist. Gerade der Vereinszüchterei mit den geschlossenen
Zuchtbüchern gebe ich die Verantwortung für die große Krankheitsneigung.
Denn meines Erachtens verringert sich durch die
willkürliche, oft Moden und Launen folgende Beschränkung der zur
Zucht eingesetzten Hunde die Genvielfalt. Auch das zu starke Selektieren
auf einzelne Aussehens- oder Gesundheitsmerkmale kann dazu führen.
Ich erwarte von einem Züchter große Eigenverantwortlichkeit bei der
Auswahl der Elterntiere. Der Züchter soll alle Merkmale (Gesundheit,
Instinktsicherheit, Wesen, Fitness, Aussehen und besonders rassetypische
Probleme) beurteilen und abwägen. Und danach eine kritische Entscheidung
treffen. Er trägt eine große Verantwortung - sowohl für die Elterntiere
wie auch für die Nachzuchten. Und diese Verantwortung kann und darf er
weder an einen Verein noch an Ausstellungsbeurteilungen abgeben. Nicht
einmal auf tierärztliche Untersuchungsbescheinigungen ist
hundertprozentig Verlass. Denn zu dem Zeitpunkt, wo sie ausgestellt
werden, ist der Hund meistens noch in einem Alter, in dem sich
Erbkrankheiten oder Rasseprobleme noch nicht vollständig ausgewachsen
haben.
Dem Mopskäufer kommt ebenfalls Verantwortung zu. Auch er sollte sich
nicht pauschal auf Verein, Ausstellungsbeurteilungen oder tierärztliche
Atteste verlassen.
Die Käuferverantwortung verlangt, sich
genau über die Rasse, die typischen Rasseprobleme, den Züchter,
dessen Zuchttiere und Zuchtverhältnisse zu informieren, um zu einer
eigenständigen Beurteilung zu finden. Mit ihrem Kaufverhalten nehmen die
Mopsinteressenten Einfluss auf die Züchter.
Wir alle – Halter, Züchter und Liebhaber – sind dem Mops
verpflichtet. Der gesamten Rasse genauso wie dem Einzeltier.
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